19-Zoll-Rack planen: Rackbelegung richtig auslegen
Höheneinheiten (HE), Gewicht, Wärme, Kabelführung, Patchfelder und Strom: So planen Sie eine Rackbelegung, die sich gut aufbauen und warten lässt.
Ein Rack, das auf dem Papier gut aussieht, kann trotzdem mühsam zu verkabeln sein, im ersten Sommer überhitzen oder auf einer Laderampe umkippen. Das meiste davon entscheidet die Rackbelegung, bevor das erste Gerät montiert ist.
Höheneinheiten und Dimensionierung
Eine Höheneinheit (HE, engl. U) entspricht 1,75 Zoll bzw. 44,45 mm vertikalem Platz. „19 Zoll“ ist die Breite der Frontplatte einschließlich Montagewinkel (482,6 mm).
- Zählen Sie die Höhe jedes Geräts und rechnen Sie Patchfelder, Kabelführungspanels, Blindplatten und Stromverteilung hinzu. Diese summieren sich schneller als erwartet.
- Prüfen Sie neben der Höhe auch die Tiefe. Planen Sie das tiefste Gerät plus rückseitige Stecker und den Biegeradius der Kabel dahinter ein, typischerweise weitere 100 bis 150 mm.
- Lassen Sie Reserve für künftige Geräte. Ein Rack, das am ersten Tag voll geplant ist, ist mit der ersten Änderungsanfrage überbelegt.
- Prüfen Sie bei Touring-Racks die Schienentiefe des stoßgedämpften Cases selbst, nicht nur die des Rackrahmens darin.
Gewichtsverteilung
Schwere Geräte gehören nach unten: USV, Endstufen, große Netzteile. Das hält den Schwerpunkt niedrig, was bei freistehenden Racks und bei Cases, die über Rampen geschoben werden, entscheidend ist.
- Die vorderen Montagewinkel allein sind nicht für tiefe, schwere Geräte ausgelegt. Verwenden Sie hintere Schienen, Stützwinkel oder Fachböden.
- Prüfen Sie die Traglast des Racks, die Rollen und bei Festinstallationen den Boden.
- Freistehende Racks brauchen Kippschutz oder eine Befestigung, besonders wenn Geräte auf Schienen herausgezogen werden.
Wärme und Luftstrom
Fast jedes Watt, das ein Gerät aufnimmt, wird im Rack zu Wärme. Ein Watt entspricht 3,412 BTU/h, ein Rack mit 1,5 kW Leistungsaufnahme gibt also rund 5.100 BTU/h ab, und diese Wärme muss irgendwohin.
- Die meisten Rackgeräte saugen vorne an und blasen hinten aus. Halten Sie das im ganzen Rack einheitlich. Seitlich belüftete Geräte, etwa manche Netzwerk-Switches, brauchen Abstand oder Luftleitbleche, damit sie nicht die Abluft des Nachbargeräts ansaugen.
- Setzen Sie in jede freie Höheneinheit eine Blindplatte, damit warme Abluft nicht nach vorne zurückströmt.
- Halten Sie die vom Hersteller geforderten Lüftungsabstände ein, häufig 1 HE über Endstufen.
- Wärme steigt nach oben, daher ist es oben im Rack am heißesten. Schwere Endstufen gehören aus Stabilitätsgründen trotzdem nach unten. Geben Sie ihnen Lüftungsabstand und sorgen Sie dafür, dass das Rack oben oder hinten entlüftet.
- Ein geschlossenes Rack in einem Schrank braucht einen echten Luftweg hinein und hinaus, meist mit Lüftern. Eine dichte Glastür ohne Lüftungsöffnungen macht das Rack zum Backofen.
Kabelmanagement
- Führen Sie die Netzspannung auf einer Seite des Racks und die Signalkabel auf der anderen. Wo sie sich kreuzen müssen, dann im rechten Winkel. Besonders analoges Audio fängt Brummen von parallel verlegten Netzkabeln ein.
- Setzen Sie 1-HE-Kabelführungspanels (Bürsten- oder Bügelpanels) neben dicht belegte Patchfelder und Switches.
- Nutzen Sie hintere Kabelabfangschienen, um das Gewicht der Kabel aufzunehmen und ihren Biegeradius zu halten. Glasfaser und 12G-SDI-Koax sind beide empfindlich gegen enge Biegungen.
- Lassen Sie Serviceschlaufen, damit sich ein Gerät auf seinen Schienen nach vorne ziehen lässt, ohne es abzustecken.
- Beschriften Sie jedes Kabel an beiden Enden passend zur Kabelliste.
Platzierung der Patchfelder
Patchfelder sind der Teil des Racks, den man am häufigsten anfasst. Sie gehören deshalb auf Arbeitshöhe, zwischen Hüft- und Augenhöhe. Gruppieren Sie sie nach System:
- Video-Patchfelder in die Nähe der Kreuzschiene oder des Bildmischers, die sie speisen.
- Audio-Steckfelder in die Nähe der I/Os des Mischpults oder des DSP. Dokumentieren Sie die Normalisierung neben dem Belegungsplan des Felds.
- Netzwerk-Patchfelder neben den Switch, mit einem Kabelführungspanel dazwischen und kurzen Patchkabeln.
Stromversorgung
- Addieren Sie die Leistungsaufnahme aus den Datenblättern aller Geräte und dimensionieren Sie PDUs und Zuleitung mit Reserve.
- Verteilen Sie Geräte mit redundanten Netzteilen auf zwei PDUs, idealerweise an getrennten Stromkreisen oder eine an der USV und eine am Netz.
- Montieren Sie die USV ganz unten und prüfen Sie ihre Überbrückungszeit bei der tatsächlichen Last, nicht bei der Nennleistung.
- Schalten Sie die Stromversorgung sequenziell, sodass Endstufen zuletzt ein- und zuerst ausgeschaltet werden. So vermeiden Sie Knackgeräusche in den Lautsprechern.
- Verwenden Sie kurze Kaltgerätekabel. Meterweise aufgerollte Reserve hinter dem Rack blockiert den Luftstrom.
Eine sinnvolle Grundreihenfolge
- Oben: Glasfaser- und Netzwerk-Patchfelder, Netzwerk-Switches.
- Arbeitshöhe: Patchfelder und alles, was häufig bedient wird, mit Kabelführungspanels dazwischen.
- Unteres Mittelfeld: Prozessoren, Kreuzschienen, Konverter und Zuspieler.
- Unten: Endstufen, Stromverteilung und die USV.
Das ist ein Ausgangspunkt, keine Regel. Ein Konsolenfachboden, ein Monitor oder eine Schublade ändern die Lage. Beginnen Sie mit dieser Reihenfolge und verschieben Sie Geräte nur aus einem Grund, den Sie benennen können.
Mit Patchify planen
Der Rack-Builder von Patchify platziert Geräte aus der Gerätebibliothek nach Höheneinheiten in 19-Zoll-Racks, sodass Sie sehen, was passt und wie viel Platz frei bleibt. Individuelle Patchfelder kommen aus dem Steckfeld-Designer. Die Racks liegen im selben Projekt wie Kabelplan und Equipmentliste und werden mit der übrigen Dokumentation als PDF exportiert.